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Ein Ort, an dem die Erinnerung bleibt – die Gedenkmauer am Sterntalerhof

Mit der Gedenkmauer entsteht ein dauerhafter Erinnerungsort für verstorbene Kinder und Erwachsene, deren Familien mit dem Sterntalerhof verbunden sind.

01. November 2026
Ein Ort, an dem die Erinnerung bleibt – die Gedenkmauer am Sterntalerhof
Die Erinnerungen an jedes verstorbene Kind bewahren – die Gedenkmauer soll künftig diese Aufgabe übernehmen. © Sterntalerhof

“Wo ist mein Kind jetzt?” – für Familien kann die religiöse Vorstellung, ihr Kind ist nun im Himmel, erfüllend sein. Darüber hinaus brauchen Familien oft auch einen Ort oder eine Handlung, um ihre Gefühle und Erinnerungen ausdrücken zu können. Am Sterntalerhof gibt es dafür den Gedenkraum aus Kapelle, Feuerschale, Vorplatz und der Gedenkmauer. 

In diesem Raum erhalten die Familien die Möglichkeit, Gedanken kommen und gehen zu lassen oder eine Kerze anzuzünden. Gleichzeitig ist es ein Ort, an dem die Erinnerung an das Kind nach seinem Tod gut aufgehoben ist und bestehen bleibt. Egal wie lange sein Tod zurückliegt.

Vor dem 25-jährigen Jubiläum gab es am Sterntalerhof keinen sichtbaren Gedenkort für die verstorbenen Kinder. Nach langen Überlegungen fiel die Entscheidung auf die Kuppel der Kapelle: Für die verstorbenen Kinder wurden seither Holzsterne an der Kuppel angebracht. “Die Kuppel ist zugleich wie eine Art Himmel und bringt die religiöse Vorstellung, die man vielleicht hat, ‚mein Kind ist im Himmel‘ nochmals physisch zur Geltung”, erklärt Seelsorger Franz Horvath die Symbolik. 

Wenn etwas zerbrochen ist

Der begrenzte Platz der Kuppel wirft mittlerweile die Frage auf, wie die Erinnerung an jedes Kind dauerhaft und würdevoll seinen Platz findet. Daraus entstand die Idee einer Gedenkmauer, die einen zusätzlichen, dauerhaften Erinnerungsort schaffen soll. Sie nimmt bewusst Bezug auf die Klagemauer in Jerusalem und symbolisiert in ihrer fragmentierten Form, dass etwas zerbrochen ist. Dass das Leben nach dem Verlust nicht mehr so ist, wie es war. Die Familien haben hier zugleich die Möglichkeit, ihre Anliegen auf Zettel zu schreiben und diese in die Ritzen der Gedenkmauer zu schieben. Darin sieht Franz Horvath eine rituelle Handlung, bei der Menschen ihre Anliegen symbolisch Gott übergeben. 

Eine Nische in der Gedenkmauer ist für eine Kassette reserviert, in der auf Pergament-Schriftrollen die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen untergebracht sind. © Sterntalerhof
Eine Nische in der Gedenkmauer ist für eine Kassette reserviert, in der auf Pergament-Schriftrollen die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen untergebracht sind. © Sterntalerhof

Namen, die in Erinnerung bleiben

In einer Nische der Gedenkmauer sollen Pergament-Schriftrollen mit den Namen und Lebensdaten der Verstorbenen untergebracht werden. Damit entsteht auch die Möglichkeit, verstorbene Erwachsene in den Erinnerungsort zu integrieren, deren Kinder und Angehörige in der akuten regionalen Trauerbegleitung unterstützt werden. Auch sie sind ein Teil des Sterntalerhofs geworden und sollen es durch diese Form auch bleiben. Die Schriftrollen sollen herausgenommen und ergänzt werden können. Franz Horvath sieht in ihnen auch eine Möglichkeit, sie bei Trauerritualen einzubinden. Mit einer Bepflanzung der Gedenkmauer könnte zugleich ein Stück Leben zwischen den Steinen sichtbar werden.
Die Gedenkmauer wird damit zu einem dauerhaften Ort der Würdigung. Gemeinsam mit der Kapelle und der Feuerschale ist ein ästhetisch ansprechender und rituell vielfältig nutzbarer Raum entstanden, der unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit der Familie genutzt werden kann. 

Ein Gespräch über Trauer eröffnen

Familien, die zum ersten Mal am Sterntalerhof sind, bemerken oft die Gedenkbäumchen rund um die Anlage – und fragen nach. Mit der Erklärung kommen sie zugleich auf ein zentrales Thema des Sterntalerhofs zu sprechen: den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Auch die Gedenkmauer kann eine solche niederschwellige Funktion erfüllen, die besondere Aufgabe des Sterntalerhofs sichtbar machen und den Grundstein für Gespräche legen, in denen auch schwierige Themen Platz haben. 

Die Gedenkmauer bildet gemeinsam mit der Kapelle, der Feuerschale und dem Vorplatz einen Erinnerungsraum. © Sterntalerhof
Die Gedenkmauer bildet gemeinsam mit der Kapelle, der Feuerschale und dem Vorplatz einen Erinnerungsraum. © Sterntalerhof

 

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